Kromfohrländer vom Ammenberg

Siebte, achte und neunte Lebenswoche

Trockenes und warmes Frühlingswetter ist genau richtig für kleine Welpen und so waren wir in der siebten Woche sehr viel draußen unterwegs. Nach dem Frühstück und einem Verdauungsschlaf der Welpen haben wir jeden Tag eine kleine Autofahrt. Nachdem das gut geklappt hat, sind wir gestern eine längere Strecke Autostraße gefahren, sodass sie nun auch das Gefühl schnelleren Fahrens kennengelernt haben. Danach werden die Hunde immer mit einem Ausflug auf eine große Wiese am Waldrand belohnt. 

Nachmittags sind wir im großen Garten und dort haben die Neun bis zum Abend eine wunderbare Spielwiese. Im April ist ein Gewitter eher selten, aber gestern Nachmittag hat es sich über Amberg zusammengebraut und es donnerte und blitzte ein wenig. Ich habe ein Fenster geöffnet und jeden einzelnen das Naturschauspiel sicher in meinem Arm erleben lassen. Nun sind sie also auch auf Gewitter geprägt und verkriechen sich später vielleicht nicht beim ersten Donnerschlag. Welpen sind in ihrer Prägungsphase sehr offen für alles Neue und alles, was sie positiv erleben, bleibt für ihr Leben so erhalten.

Zum Glück haben sie das anfängliche, wählerisches Fressverhalten abgelegt und die Futterschüsseln mit leckerem rohen Rindertartar und püriertem Gemüse werden innerhalb von wenigen Minuten restlos leergefressen.

Alle sind sehr kontaktfreudig und werden immer selbstbewusster, ein Zeichen dafür, dass es bald auch Zeit wird, in eine neue Familie umzuziehen. Ich werde oft gefragt, wie ich es schaffe, die Welpen herzugeben. Vor dieser Aufgabe stehe ich bei jedem Welpen immer wieder neu und es ist immer wieder schlimm, aber ich schaffe es trotzdem. Es hilft mir sehr, wenn ich die Kleinen in Familien abgebe, die ich für kompetent einschätze und sie dort geliebt und es sehr gut haben werden. Außerdem ist es auch schön, die Freude der Menschen zu teilen, die sich dann mit ihrem kleinen Hund auf den Weg in das neue Zuhause machen.

Die kommende Woche wird angefüllt sein mit vielen Dingen, die wir nun noch vor der Abgabe erleben wollen und erledigen müssen. 


Die achte Woche hat es immer in sich. Als Züchterin bin ich mit viel Bürokratie beschäftigt, die Wurfabnahme findet statt, der Tierarzttermin muss organisiert und vorbereitet werden und es gibt sehr viel zu erledigen. 

Gleichzeitig fordern die Welpen viel mehr Aufmerksamkeit. Noch immer machen wir täglich unsere kleinen Ausflüge mit dem Auto an verschiedene Orte und nachmittags wird stundenlang im Garten getobt. Wir sind alle an unseren Grenzen und doch ist es unglaublich schön, mit diesem Hunderudel zusammen zu sein. Immer mehr wachsen sie als Gruppe zusammen und bald müssen wir sie trennen. 

Es ist auch der richtige Zeitpunkt dafür gekommen, weil nun jeder eine gute Erziehung in einer neuen Familie braucht. Alle Welpen werden schon freudig erwartet und so wird es in der kommenden Woche viele Abschiede aber auch Anfänge mit einem neuen Familienmitglied geben. Wir freuen uns mit den Familien und werden nun auch jeden Tag etwas mehr entlastet, obwohl wir jeden Einzelnen jetzt schon vermissen.

 

Unsere neunte und letzte gemeinsame Woche der Geschwister war für uns eine wunderschöne Zeit, weil wir mit den Kleinen viele Ausflüge in die Natur machen konnten. Das traumhafte Frühlingswetter und die entspannten Hunde ließen uns Autofahrten an sehr schöne Orte in unserer Umgebung machen. Jeden Morgen brachen wir zu einem neuen Abenteuer auf und ich glaube, es ist eine Meisterleistung, neun Welpen ohne Gejammer selbstverständlich durch die Gegend zu fahren. Es zeigt sich wieder, dass auch sehr junge Hunde durch positive Prägung und Geduld durchaus belastungs- und lernfähig sind. 

Ein spannendes Erlebnis war der Tierarztbesuch. Alle Welpen sind nun auch geimpft, gechipt und ein Backenabstrich für einen großen Gentest wurde abgenommen. Alle haben die Prozedur der Untersuchung von Augen, Ohren, Nabel, bei den Rüden die Hoden und das Temperaturmessen kennengelernt und auch der Piecks bei der Impfung und die dicke Kanüle für den Chip fanden alle nicht schlimm und haben sehr tapfer stillgehalten.

Wir alle wissen, dass alles Schöne auch einmal zu Ende geht und so war es am Donnerstag für Casper dann soweit, in seine neue, sehr liebe Familie umzuziehen. Obwohl es so viele Geschwister waren, war es vor allem für Calle sehr schwer, denn er suchte lange nach seinem Spielpartner Casper. Als Colin und Calle am folgenden Tag ebenfalls auf den Weg in ihre neue Heimat aufbrachen, hinterließen sie bei den Zurückgebliebenen eine große Lücke und wurden von ihren Brüdern Camilo und Cuno sehr vermisst. Cuno ist ein sehr empathischer Hund, er übernahm nachts das Trösten seiner Geschwister, indem er ihnen sanft die Ohren leckte. Das macht mich fast sprachlos, weil es Welpen oft nicht zugetraut wird, wie empathisch und bindungsfähig sie schon in diesem jungen Alter sind. Wie die Welpen- und Junghundetrainerin Lisa Stolzlechner, so sehe auch ich ein riesiges Potential an sinnvollen Prägungsmöglichkeiten für Welpen, die bei Züchtern oft ungenutzt verstreichen. Neben meiner Passion, die genetische Situation bei Kromfohrländern durch Einkreuzen zu verbessern, ist meine zweite Herausforderung die Welpen aus unserer Zucht in ihrer Entwicklung zu gelassenen und sehr sozialen Hunden zu unterstützen. 

Am nächsten Tag wurde der sehnsüchtig erwartete Camilo, der zukünftig Milo gerufen wird, von seiner Familie abgeholt. Er füllt nun eine Lücke, zwei verstorbener Katzen mit neuem Hundeleben und wird sein Herrchen oft zur Jagd begleiten. Vielleicht hat er Anou's gute Nase geerbt und kann zur Nachsuche eingesetzt werden. Seine Schussfestigkeit haben wir in der Zeit bei uns oft getestet und ihn an diese Geräusche gewöhnt.  

Danach folgte Caja, die mit ihrer fröhlichen und unkomplizierten Persönlichkeit sehr gut in ihre neue Familie mit drei Kindern passt. Sie darf sogar an manchen Tagen ihre Besitzerin mit in die Praxis begleiten und wird dort mit Sicherheit ein Lieblingsgast werden.

Cuno, unser lieber Teddy, ist dann als letzter Junge in ein wunderbares Zuhause gefahren und darf zukünftig vielleicht sogar als Therapiehund mit Kindern zusammen sein.