Kromfohrländer vom Ammenberg

10. Lebenswoche

In dieser Woche haben wir die beiden Jungen Donnie und Dio verabschiedet. Sie hinterließen eine große Lücke bei uns und auch bei ihren beiden Schwestern Daisy und Deetje, die ihre Spielpartner vermissten. Aber Welpen in diesem Alter gewöhnen sich sehr schnell an neue Situationen, deshalb ist es auch der beste Zeitpunkt für den Umzug in ihre Familien. Die beiden Mädchen ließen wir dann aus dem Welpenauslauf und sie durften sich frei bei uns bewegen. Ganz selbstverständlich gehen sie nun mit den großen Hunden morgens eine kleine Runde spazieren, schlafen bei ihnen und zeigen uns, wenn sie dringend in den Garten müssen. In nur wenigen Tagen haben sich die zwei Schwestern noch einmal sehr verändert. Sie sind unglaublich bezaubernde und offene Hunde, die mit viel Vertrauen jede neue Situation meistern.


11. Lebenswoche

In der letzten gemeinsamen Woche mit den zwei Welpenmädchen ist zu Beginn gleich unser kleines Gänseblümchen Daisy ausgezogen und macht nun ihre neue Familie mit ihrem pfiffigen und aufgeweckten Wesen sehr glücklich. Unsere herzallerliebste Deetje durfte noch eine Woche bei uns bleiben und wir sind begeistert von dieser kleinen Hündin. Wir haben ihr in dieser Woche viel  von der neuen Welt gezeigt, so hat sie einen Supermarktparkplatz mit vielen Menschen und ratternden Einkaufswägen, aus- und einparkenden Autos, viele Spaziergänge im Wald aber auch an vielbefahrenen Straße und einen Besuch an einer Schule erlebt und das alles mit viel Neugierde und Besonnenheit gemeistert. Zu Hause wurde sie unseren drei unterschiedlichsten Hundemüttern bespielt und erzogen, sodass es ihr nie langweilig wurde. 

Das wird sich ändern, alle Welpen die ausziehen kommen zunächst einmal aus dem abwechslungsreichen Spielleben mit ihren Geschwistern und der Hundemutter in eine völlig neue Welt und müssen sich dort zurechtfinden, ohne zu wissen, was das bedeutet. Als einzigen Bonus haben sie ihr Vertrauen, dass es die Menschen, bei denen sie leben auch sehr gut mit ihnen meinen, weil sie nichts anderes kennen. Für einen kleinen Welpen ist das eine große Herausforderung und wird oft unterschätzt. Mich ergreift es immer wieder, wie demütig sich ein Hund in sein Schicksal ergibt - ein Welpe, der einfach aus seiner heilen Welt herausgenommen wird und sich selbstverständlich in ein anderes Leben fügt - die Hundemutter, deren Kinder weggenommen werden und sie das klaglos hinnimmt. Wir Menschen könnten darüber eine Menge lernen, jammern wir doch lieber oder wehren uns gegen Veränderungen, die uns aus unserem sicheren Leben manövrieren. In dieser ersten Zeit mit dem Welpen fühlen sich viele Menschen unsicher und wollen nichts falsch machen und gleichzeitig ist jeder neuen Tag in dieser Phase der Entwicklung für einen Welpen so entscheidend. Die Hundeschule kann da oft nicht wirklich helfen, es gibt Hundetrainer, die gerade in diesen ersten Wochen den Übergang zu Hause in den Familien begleiten, was ich für sehr wichtig erachte. Zu diesem Thema  werden mir immer wieder viele Frage gestellt, sodass es bald eine Ausarbeitung dazu geben wird. In welcher Form das sein wird, ist noch nicht sicher.

Gestern am Ende der 11. Lebenswoche haben wir Deetje verabschiedet, es fiel uns unglaublich schwer aber sie hat einen tollen Lebensplatz gefunden und einen Menschen an ihrer Seite, der passt, als wäre er für sie geschaffen. Sie wird dort alle Liebe und Aufmerksamkeit bekommen, die ihr wunderbares Wesen vervollständigen wird. 

Wir schließen nun unser Wochentagebuch, zurück bleibt die Erinnerung an viele wunderschöne, intensive und glückliche Momente mit den Welpen und unseren Hunden, in denen wir wieder sehr viel Neues entdecken und lernen konnten.