Wir
Auf der Suche nach einem Kromfohrländer fand ich das Einkreuzprojekt Interessensgemeinschaft Rauhaariger Kromforhländer (IgRK), das damals noch existierte und es war so interessant, dass ich mich bei der Züchterin Diana Stangl um eine Welpen aus diesem Projekt bewarb. Als im Otober 2011 endlich unsere Dorle bei uns einzog, waren wir sehr glücklich, hatten aber keine Ahnung, was sich alles entwickeln würde. Bei der Übergabe erfuhr ich, dass sich einige Züchter aus der ehemaligen Interessensgemeinschaft zu einem neuen Einkreuzprojekt zusammengefunden hatten, das sich Verein Rauhaariger Kromforhländer (VRK) nannte. Dorle und ihre sechs Geschwister waren der erste Wurf in diesem neuen Verein. Für mich als frischgebackene Welpenbesitzerin spielte es keine Rolle, welchen Namen das Einkreuzprojekt trug.
Nach der Jahressichtung erhielt Dorle ihre Zuchtzulassung und wurde als sehr gute Zuchthündin mit besten Voraussetzungen für ein Weiterführen des Projektes beurteilt. Zunächst fuhr ich nach Hause nur mit der Idee, einmal einen Wurf aufzuziehen und damit die Arbeit des Vereins zu unterstützen und ihre Zuchtlinie fortzusetzen.
Zwei weitere Jahre sammelte ich Erfahrungen, die mich schließlich zu der Entscheidung brachten, 2015 mein eigenes Zuchtprojekt zu gestalten und umzusetzen. Gründe für diesen Weg erschlossen sich mir durch schlimmste vereinsinterne Streitereien um Kompetenzen und fragwürdigen Zuchtentscheidungen. Diese Art und Weise zu kommunizieren blieb noch Jahre danach auf diesem Niveau, sodass ich nach wie vor sehr froh bin, mich außerhalb dieses Machtkampfes gehalten zu haben.
Auch, wenn mir immer wieder einmal böse Verleumdungen in Form von offener oder anonymer Anfeindungen, Lügen und Unterstellungen von allen möglichen Seiten entgegenkommen, zeigt es sich doch, dass wir im Fokus der Beobachtung stehen und Bedeutung haben. Es sind immer einzelne Menschen, die sich so verhalten, das ist mir absolut bewusst. Deshalb verurteile ich nicht die Vereine an sich und schätze deren Arbeit und ihr Engagement. Das Ziel, den sehr kleinen Genpool der Kromfohrländer zu erweitern, um die Zuchtfehler aus der Vergangenheit zu verändern, sollte über Eitelkeit, Neid, Besserwisserei und Kompetenzgerangel einzelner Züchter*innen stehen.
Ich habe mich für einen positiven und transparenten Weg entschieden, auf dem ich zu einhundert Prozent Verantwortung für meine Entscheidungen habe.
Unser Projekt entwickelte sich mit den Jahren immer weiter. Heute bin ich stolze "Hundemutter" von 46 Welpen, die ich mit aufgezogen habe und bin. Alle meine Welpen haben einen Platz in meinem Herzen und wir entwickeln eine besondere Beziehung zueinander. Nach acht bis zehn Wochen muss ich sie gehen lassen, und sie ausgesuchten Menschen anvertrauen, die den Wert meines Geschenkes schätzen und die Liebe zu dem kleinen Wesen weiterführen.