Kromfohrländer vom Ammenberg

Einkreuzprojekt

Wir züchten Kromfohrländer im Rahmen eines Einkreuzprojektes. Unsere Hündinnen sind rauhaarig, wir haben aber auch ein Faible für die glatthaarige Variante. Je nach genetischer Veranlagung beider Verpaarungspartner können deshalb auch beide Haarvarianten in unserem Projekt auftreten.

Weil wir uns der Genvielfalt verschrieben haben, kommen bei uns alle Haarfarben von hellbraun bis schwarz gefleckt vor. Wir sind uns bewusst, dass der Rassestandard die Farbe Schwarz verbietet. Leider wird dabei eine Auswahl getroffen, die der Genvielfalt widerspricht, so ist es wie bei der Fellbeschaffenheit (rau- oder glatthaarig) ein ausschließlich optischer Unterschied ist. 

Inzwischen kann man mit Gentests über die Anlagen der Hunde für Krankheiten und Aussehen so viel erfahren, dass man mit Wissen über die genetischen Zusammenhänge viele der typischen Erkrankungen vermeiden kann. Man kann so nicht nur Erbkrankheiten verhindern, sondern auch über die Optik sehr gute Voraussagen treffen und dies  gegeneinander abwägen, um möglichst gesunde Hunde zu züchten. 

Durch Analyse der Stammbäume und Vorfahren können auch bisher noch nicht genetisch testbare Defekte und die allgemeine Gesundheit der Verwandten nachverfolgt werden.

Wir wollen den eingekreuzten Anteil durchmischt halten, damit sich nicht eine einzige fremde Rasse zu stark durchsetzt. Wichtig ist für uns vor allem die Gesundheit und das Wesen der Hunde, die wir einkreuzen. Wir wollen damit aber auch keine unerwünschten Krankheiten oder Eigenschaften einschleppen, die in einer fremden Rasse möglicherweise vorhanden sind. 

Unsere Hunde haben Anteile von Pudel, Parson/Jack Russel Terrier, Tibet Terrier und Griffon. Auf längere Sicht streben wir einen höheren Kromfohrländeranteil von 75 % an, aber ohne wieder zur Reinrassigkeit zurückzukehren.

Es gibt viele verschiedene Ansätze, mit denen Züchter versuchen, die Gesundheit der Kromfohrländer zu verbessern. Wir betrachten uns nicht als Konkurrenz, weder für andere Einkreuzprojekte, noch für reinrassige Zuchtverbände. Zukünftig würde es, unabhängig für welche Hunderasse, eine genetische Bereicherung bedeuten, wenn sinnvoll gelenkte Einkreuzprojekte und Rassezucht nebeneinander laufen würden. So wie es in Finnland und in manchen Zuchtverbänden anderer Hunderassen bereits umgesetzt wurde.

Die Kromfohrländerzucht begann mit drei sehr nah verwandten Hunden. Auch heute gibt es nur sehr wenige Tiere dieser Rasse und deshalb auch einen sehr kleinen Genpool für die Zucht. Das führt zur häufigen Verpaarung von verwandten Hunden und damit zu Inzucht. 

Die Folge sind vermehrt auftretende Erbkrankheiten, Vitalitätsverlust und Wesensveränderungen:

  • Autoimmunerkrankungen: auotoaggressive Reaktionen des Immunsystems, betrifft Haut, Gelenke und Blut
  • Epilepsie: neurologische Erkrankung, führt zu Krampfanfällen

  • Hyperkeratose: übermäßige Verhornung der Haut, betrifft vorwiegend die Pfotenballen (Digitale Hyperkeratose oder Corny Feet)

  • Cystinurie: Stoffwechselerkrankung, führt zu Harnsteinen in der Blase

  • Hereditärer Katarakt: Eintrübung der Linse im Auge, führt zur Erblindung  

  • Ellenbogendysplasie: Fehlbildung im Ellenbogengelenk, führt zu chronischen Gelenksbeschwerden

  • Von Willebrand Syndrom 1: Störung der Blutgerinnung, führt zur verstärkten Blutungsneigung

  • Frühe Alterung und niedrige Lebenserwartung

  • Soziale Inkompetenz: übermäßiges Territorialverhalten, Aggressivität, Bindung an nur einen Menschen, Ängstlichkeit

Durch gezieltes Einkreuzen soll die genetische Vielfalt erweitert und diese Krankheiten und negative Verhaltensweisen vermieden werden. Um eine Veränderung der genetischen Situation zu erreichen, sind viele Generationen von eingekreuzten Hunden notwendig. Besonders wichtig ist hier, den Verwandtschaftsgrad der Kromfohrländer-Vorfahren möglichst gering zu halten, indem Werte wie der Inzuchtkoeffizient und Ahnenverlust bei der Auswahl der Zuchthunde eine entscheidende Rolle spielen.

Neben der durch Einkreuzen erzielten Erweiterung des Genpools spielen ebenso das soziale Umfeld, die Ernährung und die Qualität der tierärztlich Betreuung eine ganz entscheidende Rolle für ein langes Hundeleben. Häufig wird nur die Genetik und, bzw. oder einer der oben genannten Aspekte für das Entstehen einer Krankheit im Leben eines Hundes berücksichtigt. Das "Geheimnis" ist aber das Zusammenspiel aller Aspekte: gute Erbanlagen in Verbindung mit einem stabilen, sozialen Umfeld, gesunde Ernährungsbedingungen und einer verantwortungsvollen Betreuung und Behandlung durch einen Tierarzt. 

Vor jeder Planung eines Wurfes erfolgt bei Zuchthündin und ausgewähltem Deckrüde eine umfassende Untersuchung, um die bei Kromfohrländern häufig auftretenden Krankheiten (siehe oben) auszuschließen. 

Es werden nur sozial verträgliche und ausgeglichene Hunde für die Zucht ausgewählt.