Kromfohrländer vom Ammenberg

Einkreuzprojekt

Wir züchten rauhaarige Kromfohrländer im Rahmen eines Einkreuzprojektes

Diese rauhaarige Erscheinungsform des ursprünglichen Kromfohrländers wollen wir erhalten. Wir haben aber auch ein Faible für die glatthaarige Variante. Je nach genetischer Veranlagung beider Verpaarungspartner können deshalb auch manchmal glatthaarige Welpen in unserem Projekt auftreten.

Wir haben uns der Genvielfalt verschrieben. Deshalb kommen bei uns alle Haarfarben von hellbraun bis schwarz gefleckt vor. Wir sind uns bewusst, dass der Rassestandard die Farbe Schwarz verbietet. Leider wird dabei eine Auswahl getroffen, die der Genvielfalt widerspricht. Ich zitiere den Direktor des Instituts für Tierzucht und Vererbungsforschung in Hannover, Prof. Dr. Ottmar Distl

"[Er] rät […] davon ab, Tiere nur innerhalb einer Farbvariante zu züchten. Um die Vielfalt zu gewährleisten und Negativ-Effekte nicht zu vermehren, sollte ´bunt und quer über die Farben´ gemischt werden" (Amberger Zeitung S.8, 23.10.2018). 

Die Kromfohrländerzucht begann mit drei sehr nah verwandten Hunden. Auch heute gibt es nur sehr wenige Tiere dieser Rasse und deshalb auch einen sehr kleinen Genpool für die Zucht. Das führt zur häufigen Verpaarung von verwandten Hunden und damit zu Inzucht. 

Die Folge sind vermehrt auftretende Erbkrankheiten, Vitalitätsverlust und Wesensveränderungen:

  • Autoimmunerkrankungen: aggressive Reaktionen des Immunsystems, betrifft Haut, Gelenke und Blut
  • Epilepsie: neurologische Erkrankung, führt zu Krampfanfällen

  • Hyperkeratose: übermäßige Verhornung der Haut, betrifft vorwiegend die Pfotenballen (Digitale Hyperkeratose oder Corny Feet)

  • Cystinurie: Stoffwechselerkrankung, führt zu Harnsteinen in der Blase

  • Hereditärer Katarakt: Eintrübung der Linse im Auge, führt zur Erblindung  

  • Ellenbogendysplasie: Fehlbildung im Ellenbogengelenk, führt zu chronischen Gelenksbeschwerden

  • Von Willebrand: Störung der Blutgerinnung, führt zur verstärkten Blutungsneigung

  • Frühe Alterung und niedrige Lebenserwartung

  • Soziale Inkompetenz: übermäßigesTerritorialverhalten, Aggressivität, Bindung an nur einen Menschen, Ängstlichkeit

Durch gezieltes Einkreuzen soll die genetische Vielfalt erweitert und diese Krankheiten und negative Verhaltensweisen vermieden werden. Um eine Veränderung der genetischen Situation zu erreichen, sind viele Generationen von eingekreuzten Hunden notwendig. Oft überspringen Gene für Erbkrankheiten auch eine Generation, so dass ein augenscheinlich gesunder Nachwuchs noch keine Garantie für eine gesunde Zuchtlinie ist. 

Neben der durch Einkreuzen erzielten Erweiterung des Genpools spielen ebenso das soziale Umfeld, die Ernährung und die Qualität der tierärztlich Betreuung eine ganz entscheidende Rolle für ein langes Hundeleben. Häufig wird nur die Genetik und, bzw. oder einer der oben genannten Aspekte für das Entstehen einer Krankheit im Leben eines Hundes berücksichtigt. Das "Geheimnis" ist aber das Zusammenspiel aller Aspekte: gute Erbanlagen in Verbindung mit einem stabilen, sozialen Umfeld, gesunde Ernährungsbedingungen und einer verantwortungsvollen Betreuung und Behandlung durch einen Tierarzt. 

Das ursprüngliche Aussehen des rauhaarigen Kromfohrländers soll durch Einkreuzen nicht zu stark verändert werden. Für die Verpaarung werden deshalb nur dem Kromfohrländer ähnliche Mischlinge, eingekreuzte oder reinrassige Kromfohrländer ausgewählt.

Vor jeder Planung eines Wurfes erfolgt bei Zuchthündin und ausgewähltem Deckrüde eine umfassende Untersuchung, um die bei Kromfohrländern häufig auftretenden Krankheiten (siehe oben) auszuschließen. 

Es werden nur sozial verträgliche und ausgeglichene Hunde für die Zucht ausgewählt.