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Kromfohrländer vom AmmenbergUntertitel

 

C-Wurf vom Ammenberg

 Caya   Calle   Casper   Cuno   Cannelle   Cosima   Camilo   Coco   Colin


HUNDEHOCHZEIT

Wenn man am Heiligen Abend zu einer Hundehochzeit fährt, ist das schon etwas ganz Besonderes. Anou hat sich diesen Tag dafür ausgesucht und so habe ich mich frühmorgens mit ihr auf den Weg gemacht, um ihren ausgewählten Bräutigam zu besuchen. Dies war die sechste Hundehochzeit, die ich miterleben durfte, und deshalb wusste ich auch, dass es dabei viele Unwägbarkeiten geben und es Zeit brauchen kann. All meine Vorsicht war völlig unbegründet, denn dort angekommen, sprang Anou aus dem Auto und schon ging es fast übergangslos zur Vereinigung der beiden Süßen. Ich konnte gerade noch mein Handy für schnelle Fotos holen, da waren die Zwei schon fertig. Deshalb gibt es leider nicht viele Bilder, aber dafür große Freude. Nach einer guten dreiviertel Stunde fuhren wir wieder nach Hause. Ich bin den Besitzern des Rüden sehr dankbar, dass sie es mir ohne zu Zögern ermöglicht haben, an diesem 24. Dezember, einem Datum, an dem eigentlich niemand Zeit hat und alle sehr beschäftigt mit Weihnachtsvorbereitungen sind, vorbeizukommen. Auch sie sind stolz und glücklich, dass es so einfach ging. In vier Wochen wissen wir, ob es Ende Februar kleine Christkinder geben wird.



TRÄCHTIGKEIT

Das Weihnachtsgeschenk "Hundehochzeit" haben wir heute verspätet geöffnet und wissen nun nach einer Ultraschalluntersuchung mit Sicherheit, dass es Ende Februar wieder ein schönes Hundeereignis bei uns geben wird.

Dann dürfen wir wieder einmal eine Hundegeburt miterleben und sind schon sehr gespannt, wie Anou diese neue Situation meistern wird. 

Momentan ahnt sie noch nichts von ihren zukünftigen Aufgaben als Hundemutter. So liebevoll, wie sie sich mit Dorles Welpen beschäftigt hat, glauben wir, dass sie sehr fürsorglich und aufmerksam ihre Kinder bewachen wird.

Es fasziniert mich immer wieder, wie weibliche Hormone das Wesen einer Hündin beeinflussen können und sich alles ganz natürlich auf die Trächtigkeit, Geburt und Aufzucht der Welpen einstellt. 

Unsere Aufgabe ist es, Anou ein ruhiges und sicheres Nest zu geben, sie bestens zu ernähren und ihr Unterstützung bei der bevorstehenden Geburt zu sichern.



GEBURT

Nach einer langen Eröffnungsphase brachte Anou am 24.02.2020 innerhalb von nur vier Stunden neun starke Helden und Heldinnen zur Welt. Nachdem das erste Mädchen mit etwas Hilfe von mir geboren war, purzelten immer wieder neue Welpen scheinbar mühelos aus ihr heraus. Das Ultraschallbild zeigte eher einen kleinen Wurf von 3 - 4 Welpen, doch Anous Bauch und die Tritte der Welpen ließen uns 5 - 6 vermuten. Wir können es nicht glauben, wo Anou diese kräftigen Kerlchen herumgetragen hat, denn sie ist eine zarte und elfenartige Hündin und ihr Bauchumfang hätte keinen so großen Wurf erwarten lassen.. Die fünf Jungs und vier Mädchen haben ein sehr gutes Geburtsgewicht und waren sofort nach der Geburt mobil und suchten die Milchquelle. Dorle hielt sich im Hintergrund und ich werde ihr Gesicht nie vergessen, als ich ihr einen Welpen brachte, um zu testen, ob sie Milch hat und bereit ist, sich um ihn zu kümmern. Es war pure Freude über ihre Aufgabe als Amme, die Dorle ausstrahlte. Nun hat Anou fünf und Dorle vier Welpen zum säugen und saubermachen. Alles ist ruhig und ausgeglichen, selbst das regelmäßige Austauschen der Welpen unter den beiden Müttern wird geduldet.


ERSTE LEBENSWOCHE

Durch die Mithilfe von Dorle hat sich Anou sehr schnell von der Geburt erholt und die Milchproduktion konnte sich einen Tag lang auf die Ernährung von neun Welpen einstellen. Da sie zwischen den Geburten der Welpen oft nur 10 - 15 Minuten Zeit hatte, das Neugeborene sauber zu lecken und saugen zu lassen, war es für die, noch nicht im Trinken geübten Neuzugänge schwer, sich genug Milch zu holen. 

Anou kann nun auch alle alleine ernähren und duldet Dorle nur im Abstand von einigen Metern. Durch Dorles Unterstützung konnten sich auch die Kleineren in den ersten 24 Stunden gut satt trinken und alle liegen entspannt in der Welpenkiste. Dorle muss noch ein wenig Geduld haben, bis sie wieder näher kommen darf, um Anou bei der Aufzucht zu helfen. Spätestens wenn die Welpenschar frech und unternehmungslustig die Welt erobert, wird Anou froh darüber sein.


Die Ammengeschichte geht weiter und sie so köstlich, dass ich sie unbedingt erzählen möchte. Nachdem sich Dorle zurückziehen musste, weil Anou ihre Kinder alleine betreuen wollte, blieb sie aufmerksam und wollte Anou zeigen, dass von ihr keine Bedrohung für ihre Welpen ausgeht. Vier Tage lang lag sie im richtigen Abstand und beobachtete Anou und ihre Dauerbelastung, Tag und Nacht neun hungrige Welpen zu säugen und sauber zu machen. Am Sonntag ließ Anou es dann auf einmal ohne Weiteres zu, dass Dorle zunächst einen und dann gleich vier Welpen bei sich haben und mit Milch versorgen durfte. Nun haben wir zwei Welpenlager mit fürsorglichen Hundemüttern und zufriedenen Hundebabys.

Jeder Welpe hat einen Namen mit Geschichte erhalten und eine eigene Seite:  Caya, Calle, Casper, Cuno, Cannelle, Cosima, Camilo, Coco, Colin 


ZWEITE LEBENSWOCHE

Wir haben wieder eine sehr schöne Woche mit unseren Welpen erlebt. Anou ist eine liebevolle Hundemama und durch Dorles Hilfe hat sie sich schon sehr gut von der Geburt erholt. Mit großer Freude geht sie wieder zwei Mal am Tag mit Dorle spazieren und die zwei Welpenlager mit den Hundemüttern haben sich sehr gut bewährt. Wir wechseln die Welpen regelmäßig durch und die Kleinen entwickeln sich ganz zauberhaft. Coco war die Erste, die ihre Augen geöffnet hat, Camilo und Cuno werden schon durch den Geruch aus den Futterschüsseln ihrer Mütter angelockt. Am Ende der zweiten Woche bekommen die Welpen ihre erste Wurmkur und bald auch die erste Fleischmahlzeit.

Auf den Namensseiten finden sich die Wochenportraits des kleinen Racker.



DRITTE LEBENSWOCHE

Eine ereignisreiche dritte Woche haben wir zusammen mit unseren Welpen erlebt. Die Welt der kleinen Hunde ist friedlich und neugierig entdecken sie das gemeinsame Spielen, Knurren, Bellen und Fressen. Sie haben keine Vorstellung von dem, was gerade draußen passiert. Das Coronavirus hat uns Menschen weltweit in der Hand und aus diesem Grund müssen wir sehr vorsichtig sein. Deshalb haben wir alle Besuchstermine für die kommenden zwei Wochen abgesagt und lassen vorerst noch offen, wann wir die ersten Besucher zu uns einladen. Das ist für uns alle eine völlig neue Situation, die Rücksichtnahme und Eigenverantwortlichkeit erfordert. 

Die neun munteren Hundekinder entwickeln sich prächtig und sind unglaublich ausgeglichen und zufrieden. Sie machen uns sehr große Freude und bereichern unser Leben. Anou und Dorle teilen sich in Eintracht die Kinderaufzucht und allein diese Erfahrung erstaunt mich jeden Tag wieder neu. Hunde sind sehr empathisch; dass Dorle sich aber so sehr zurücknehmen und mit beispielloser Geduld und Fürsorge die Welpen übernehmen würde, ist wirklich außergewöhnlich. Und dass Anou diese Hilfe auch noch so bereitwillig annimmt, übersteigt all meine Erwartungen.

Einen Termin haben wir allerdings am Samstag zugelassen. Die Tierfotografin Andrea Witthauer durfte zu einem kurzen Fotoshooting kommen und hat wieder einmal wunderschöne Bilder gezaubert. Auf den Namensunterseiten sind die Portraits zu sehen.

 

VIERTE LEBENSWOCHE

Die vierte Woche war voller neuer Ereignisse für unsere kleinen Welpen. Nachdem sich die Augen geöffnet hatten, begann die Erforschung unbekannter Dinge, außerhalb ihrer Wurfbox. Mit Anfangs ungelenken Bewegungen, weil die Koordination von Sehen und Laufen noch nicht ganz ausgereift war, ist es mittlerweile nach dem Schlafen selbstverständlich, die Wurfkiste zu verlassen und sich außerhalb einen Löseplatz zu suchen. Die zahnenden Babies brauchen viele Streicheleinheiten, um die unangenehme Schmerzen zu vergessen. Sie sind aber alle unglaublich anschmiegsam und lassen sich sehr leicht beruhigen. Es ist ein ausgeglichener und harmonischer Wurf und nach einem langen, eng aneinander gekuschelten Schlaf fressen sie gemeinsam aus der Futterschüssel, spielen miteinander und legen sich wieder gemeinsam in ihr Hundebett. In ihrem geschützten Raum konfrontieren wir sie mit Geräuschen, auch der Silvesterlärm mit gesteigerter Lautstärke wird nach anfänglicher Irritation von allen ohne Stress akzeptiert. Gestern durfte jeder schon einmal auf dem Arm die Luft draußen schnuppern. Wenn es wärmer wird, können wir bald auch in den Garten und ihren Erfahrungshorizont erweitern. In den kommenden Wochen werden wir die kleinen Hunde ganz vorsichtig an das Autofahren gewöhnen. Das ist immer ein wenig aufwändig, weil wir mit jedem Einzelnen erst einmal nur im Auto sitzen. Die nächste Erfahrung ist dann, den Motor zu starten und den Welpen an das Vibrieren und das Motorengeräusch zu gewöhnen, und erst dann fahren wir wenige Meter vor und zurück. Diesem Training messen wir sehr viel Bedeutung bei, weil es das Erste ist, was ein Welpe erlebt, wenn er von seiner neuen Familie abgeholt wird und in eine unbekannte Situation kommt. Eine positive Erfahrung ist dann sehr hilfreich für ihn und erleichtert die Fahrt in das neue Zuhause. 

Die Halbzeit bei uns ist nun schon bald vorbei und die Persönlichkeiten werden immer deutlicher, sodass wir beginnen, uns gedanklich mit dem Verteilen der Welpen an ihre Familien zu beschäftigen. Für diesen Prozess nehmen wir uns sehr viel Zeit und lassen uns auch nicht von Äußerlichkeiten oder Wünschen leiten. Allein das Wohl des Hundes und das Umfeld, in dem er leben wird, hat oberste Priorität. 

Zum Abschluss der Woche haben wir gestern von jedem Welpen wieder ein Portraitbild fotografiert, die auf den jeweiligen Unterseiten zu finden sind. Da wir durch die Ausgangsbeschränkungen keinen Besuch einladen dürfen, geben unsere Bilder und Videos auf Instagram einen kleinen Einblick in unsere Hundewelt.